Die Helga glänzt in der Sonne, technisch ist diesmal alles o.k. Jetzt nur noch schnell zum TÜV und dann ab in den Süden. So ist der Plan. Zu simpel? Stimmt! Der TÜV kennt neue Grenzwerte, die aber unsere Helga nicht mehr in der Lage ist, zu erfüllen. Und um es vorwegzunehmen, sie wird uns auf ihrer letzten 3500km langen Tour ohne zu mucken auf ihren sechs Rädern ein sicheres zu Hause geben. Sommer ist schön, jedoch übertreibt es dieser ein wenig. So starten wir mitten in der Nacht, um sowohl den Polizeikontrollen, die es speziell auf Wohnmobile und Gespanne abgesehen haben, als auch der Hitze zu entgehen. Ersteres klappt, die Hitze erwischt uns dennoch. Die erste Etappe endet auf einem Weingut in Ledniče in Tschechien. Am Abend führen wir eine kleine Verkostung durch und stellen fest, bei der Hitze schmeckt der Kirschwein am besten. Für eine Besichtigung des Schlosses, es gilt als Neuschwanstein Tschechiens, ist es schlicht zu heiß. Dann eben nächstes Mal.
Unser nächstes Etappenziel liegt in Ungarn. Wir stehen auf einem sehr schönen Campingplatz am Donauufer. Viele schattenspendende Bäume führen zu einem sehr angenehmen Klima auf dem Platz. Die restliche Abkühlung verschafft uns leckeres Kirschbier vom Fass. Wir treffen sehr gute Freunde und gehen gemeinsam spazieren, die Hunde haben viel Spaß beim Spielen.
Dann geht es weiter nach Sárvár zur Hundeausstellung. Nach einem kurzen Morgenspaziergang verschwinden wir tagsüber unter der Sonnenschutzplane und im klimatisierten Wohnmobil. Abends geht es dann zur Show. Nicht alles verläuft nach Wunsch, jedoch sitzen am Ende 4 neue Champion im Auto.
Ergebnisse Ausstellung in Sarvar
Auf geht es nach Slowenien, erster Stopp bei unseren Freunden in Celje, große Freude und ein Wiedersehen mit Farhana Padma.
Mit dem üblichen Zwischenstopp in unserem Lieblingsweingut geht die Fahrt weiter an die Soca. Das Wasser bietet Abkühlung und einen Schattenplatz haben wir auch. Alles bestens also. Wir gönnen uns ein paar Tage angenehmer Ruhe und Entspannung. Tagsüber Planschen, abends das Netz nach einem neuen Womo durchforsten. Soča, ein Paradies wie immer.
Mit unserer Helga fahren wir zunächst nach Portorož. Der dortige Stellplatz im Hafen ist keine besonders einladende Lokalität. Wir sind jedoch direkt am Meer und haben einen schönen Blick auf die Bucht und die teilweise beeindruckenden Yachten, die da so ein- und auslaufen. Das Meer taugt leider nur sehr bedingt zum Abkühlen, aber zwei, drei Grad kühler als die Luft ist es schon. Abends werden wir mit einem herrlichen Postkartensonnenuntergang belohnt. Mit einem Sun-Downer in der Hand verabschieden wir uns von Sloweniens Küste und kehren in die Flusslandschaften zurück .
Wir sind in Ljubno ob Savinji. Zunächst sieht der Stellplatz absolut unspektakulär aus, jedoch hat er alles, was wir benötigen. Vor allem jedoch eine ganz fantastische Badestelle, ein bisschen versteckt im Wald.
Kaum ist der Zaun aufgebaut und die Hunde können raus, liegen sie auch schon ausgestreckt im Gras. Sieht man in die Gesichter, gibt es keinen Zweifel, sie haben einen neuen Lieblingsplatz gefunden. Und wir auch. Das Gefühl verstärkt sich noch bei einem Besuch bei Jošef, dem jungen Besitzer. Er betreibt mit der Familie einen kleinen Hofladen, in dem wir uns reichlich bedienen. Petra darf sich im Garten noch mit frischem Gemüse eindecken. Am Abend besuchen wir ein kleines Fischlokal, indem die Forellen versuchen, direkt aus dem Teich auf unsere Teller zu springen. Sehr lustig.
Leider sind die schönen Wochen wieder sehr (zu) schnell vorbei. Zu dem Gefühl des Abschieds von Slowenien kommt noch der endgültige Abschied von Helga. Man läßt das ein oder andere Erlebnis mit ihr Revue passieren. Nicht zu fassen, wie eng man sich an ein Stück Blech mit Motor emotional binden kann. Egal, nun geht’s zurück nach Hause.
Unterwegs nach Ungarn sieht man Hitzewarnungen auf der Autobahn und hört sie im Radio. Wir fahren ab und beschließen den glühend heißen Nachmittag im Schatten der Bäume eines kleinen Campingplatzes zu verbringen. Eiskaltes Bier vom Fass und Langoš vom Hausherren machen den Abend erholsam.
Auf geht’s zur vorletzten unspektakulären Etappe. In der Nacht erreichen wir einen Parkplatz direkt an der Moldau in der Nähe von Melnik. Mini Hunderunde, Abendrot und ab in die Falle.
Wir sind zu Hause. Helga wird ausgeräumt. Bei mir kullern ein paar Tränen. Obwohl sie uns manchen Ärger beschert und uns mehr als den ein oder anderen Euro gekostet hat, war sie doch ein treues Blechle, die uns viele schöne Erlebnisse ermöglicht hat. Nun wird ein neues Kapitel Reisegeschichte geschrieben.

